Die Zahl der PR-Unternehmen in Österreich bleibt 2026 nahezu unverändert. Mit 2.281 aufrechten Gewerbescheinen liegt der Wert nur knapp unter dem Vorjahresniveau (2.284). Nach Jahren kontinuierlichen Wachstums scheint sich der Markt damit auf einem hohen Niveau einzupendeln.
Besonders auffällig ist jedoch ein anderer Trend: Während Wien seine Position als unangefochtenes Zentrum der österreichischen PR-Branche weiter ausbaut, verzeichnen viele Bundesländer stagnierende oder sogar rückläufige Zahlen. Die Werte werden jedes Jahr am 6. August erhoben.
Kaum Bewegung gegenüber dem Vorjahr
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt zunächst ein konstantes Wachstum. Gab es 2014 österreichweit noch 2.145 PR-Gewerbescheine, waren es 2025 bereits 2.284. Im Jahr 2026 ist erstmals seit längerer Zeit praktisch keine Veränderung mehr festzustellen.
Verteilung der PR-Gewerbescheine nach Bundesländern im Jahr 2026
Mit einem Minus von lediglich drei Gewerbescheinen gegenüber dem Vorjahr kann jedoch nicht von einem Einbruch gesprochen werden. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass der Markt derzeit eine Sättigungsphase erreicht hat.
Wien baut seine Spitzenposition weiter aus
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Wien. Mit 1.328 PR-Gewerbescheinen entfällt mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte aller österreichischen PR-Unternehmen auf die Bundeshauptstadt.
Gegenüber 2025 kamen weitere 13 Gewerbescheine hinzu. Seit 2014 beträgt das Wachstum sogar rund 16 Prozent.

Damit bestätigt sich ein Trend, der bereits seit Jahren zu beobachten ist: Kommunikationsagenturen und selbstständige PR-Berater*innen konzentrieren sich zunehmend im Großraum Wien.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Bundesländern
Während Wien weiter wächst, zeigt sich in den Bundesländern ein sehr heterogenes Bild.
Entwicklung der PR-Gewerbescheine von 2014 bis 2026
Rückgänge verzeichnen unter anderem:
- Niederösterreich (343 auf 334)
- Oberösterreich (172 auf 166)
- Salzburg (86 auf 82)
- Tirol (96 auf 91)
- Burgenland (56 auf 54)
Zulegen konnten hingegen auch:
- Steiermark (109 auf 117)
- Kärnten (62 auf 63)
- Vorarlberg (45 auf 46)
Die Veränderungen bewegen sich allerdings überwiegend im einstelligen Bereich und sprechen eher für normale Marktschwankungen als für strukturelle Umbrüche.
Konsolidierung statt Boom
Die aktuellen Zahlen sprechen dafür, dass sich der österreichische PR-Markt nach Jahren des Wachstums in einer Phase der Konsolidierung befindet. Die Nachfrage nach professioneller Kommunikation bleibt hoch, gleichzeitig scheint das Potenzial für zahlreiche Neugründungen zunehmend ausgeschöpft.
Für bestehende Agenturen und selbstständige Berater*innen dürfte damit weniger die Anzahl der Mitbewerber*innen entscheidend sein als vielmehr Spezialisierung, fachliche Expertise und die Fähigkeit, sich in einem zunehmend anspruchsvollen Kommunikationsumfeld zu positionieren.
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