Das aktuelle PR-Ranking des Branchenmagazins Horizont sorgt für Überraschungen – und zwar nicht nur an der Spitze. Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der Branche gibt Anlass zur Sorge: Inflationsbereinigt betrachtet stand der kumulierte Gesamtumsatz der zehn größten PR-Agenturen in Österreich noch nie schlechter da.
33,67 Millionen Euro beträgt der kumulierte Gesamtumsatz der Top-10-Agenturen im aktuellen Horizont-Ranking (Ausgabe vom 8. Mai 2026). Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um rund 8,5 Millionen Euro beziehungsweise rund 25 Prozent.
Besonders alarmierend wird die Entwicklung, wenn man die aktuellen Zahlen inflationsbereinigt vergleicht: Selbst während der Corona-Krise lag der Gesamtumsatz der führenden Agenturen höher.
Auffällig ist zudem, dass zwei der bisherigen Branchenführer im aktuellen Ranking fehlen. KTHE Team Farner und P8 hatten im Vorjahr noch mit deutlichem Abstand die ersten beiden Plätze belegt. Über KTHE Team Farner wurde am 28. Jänner 2026 ein Konkursverfahren eröffnet, während P8 laut Horizont keine Zahlen gemeldet hat.
An die Spitze des Rankings rückt damit Grayling mit einem Gesamtumsatz von 4,8 Millionen Euro vor. Dahinter folgen movea communication mit 4,6 Millionen Euro sowie die ikp group mit 3,9 Millionen Euro. Insgesamt nahmen lediglich 18 Agenturen am Ranking teil, neun davon konnten ihre Honorareinnahmen steigern.
KI verändert das Geschäftsmodell
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, wie stark die PR-Branche unter Druck geraten ist. Medienkrise, fragmentierte Kommunikationskanäle, der Bedeutungsverlust klassischer Suchmaschinen und vor allem der rasante Vormarsch künstlicher Intelligenz verändern das Geschäft fundamental.
Viele Leistungen, die lange zum Kerngeschäft von PR-Agenturen gehörten – von Pressetexten über multimedialen Content bis hin zu Social Media, Datenanalyse und Kommunikationskonzepten – lassen sich heute zumindest teilweise automatisiert erstellen.
Gleichzeitig eröffnet dieser Wandel auch neue Chancen. Denn gerade in einer von KI geprägten Kommunikationswelt werden Sichtbarkeit, Relevanz und Vertrauen zu entscheidenden Faktoren.
Agenturen, die ihren Kunden dabei helfen, sich in diesem neuen digitalen Ökosystem glaubwürdig zu positionieren, müssen den aktuellen Umbruch nicht als Bedrohung verstehen – sondern können daraus neue Geschäftsmodelle und strategische Stärken entwickeln.
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