Die Pressemitteilung lebt

Zeitungsleser in einem Wiener Kaffeehaus

Die neue Studie “Recherche 18” von news aktuell zeigt, dass die Pressemitteilung nach wie vor zu den bevorzugten Informationsquellen von Journalisten zählt. 86 Prozent der befragten Medienmacher nutzen das PR-Instrument für ihre Recherche.

Der Verbreitungsdienst news aktuell ist eine hundertprozentige Tocher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Für die Studie wurde die Recherchepraxis von 554 Journalistinnen und Journalisten im deutschsprachigen Raum in einer anonymen Online-Befragung ermittelt. Das Whitepaper mit den durchwegs interessanten Ergebnissen kann auf der Website von news aktuell heruntergeladen werden.

Auch Jungjournalisten nutzen Pressetexte

Trotz aller Unkenrufe ist die Presseaussendung noch lange nicht tot. 86,3 Prozent der befragten Journalisten nutzen den Klassiker der PR-Arbeit für ihre Arbeit. Überraschend: Bei den unter 35-jährigen Journalisten beträgt der Wert sogar 92 Prozent.

Auf Platz eins liegt das persönliche Gespräch mit 88,3 Prozent. Rang zwei und drei belegen Vor-Ort-Recherche mit 78,2 Prozent und Suchmaschinen mit 78,0 Prozent. Knapp dahinter folgen klassische Medien wie Zeitungen, Radio und TV (77,3 %). Im nachfolgenden Video erklärt der stellvertretende dpa-Chefredakteur Roland Freund, wie die Ergebnisse einzuordnen sind.

Facebook verliert, Twitter legt zu

Der große Aufsteiger von “Recherche 2018” sind aber Social Media. Im Vergleich zu 2016 legten Facebook, Twitter & Co. um sechs Prozentpunkte auf 58 Prozent zu. Facebook hat mit 68 Prozent seine Spitzenposition als beliebteste Social-Media-Quelle zwar behauptet, aber in den letzten beiden Jahren neun Prozentpunkte eingebüßt.

Die Video-Plattform YouTube kommt auf 61 Prozent (- 4 % seit 2016), Twitter auf 58 Prozent (+3 % seit 2016). Die Nutzung von Instagram hat um 30 Prozent zugelegt, führt aber mit 16 Prozent ebenso wie Pinterest (12 %) ein eher bescheidenes Dasein als Informationsquelle.

Gute Fotos sind ein absolutes Muss

Die Studie macht auch deutlich, dass ohne multimediales Material in der Pressearbeit gar nichts mehr geht. Die Bedeutung von Bildern und Videos ist gestiegen. Für 87 Prozent der befragten Journalisten ist es wichtig, dass Presseinformationen auch Fotos enthalten.

Die inhaltliche Qualität von Pressemitteilungen war nicht Gegenstand der Untersuchung. Ob ein Pressetext auf der Titelseite oder im Papierkorb landet – darüber entscheiden die letztendlich die Nachrichtenfaktoren. In diesem Blogpost habe ich die wichtigsten Kriterien für die erfolgreiche Pressearbeit zusammengestellt.

Überblick: Welche Quellen nutzen Journalisten?

Informationsquelle
Anteil
Persönliche Gespräche
88,3 %
Pressemeldungen
86,3 %
Vor-Ort-Recherche
78,2 %
Suchmaschinen
78,0 %
Klassische Medien
77,3 %
Eigene Archive
72,6 %
Telefoninterviews
71,5 %
Pressekonferenzen
69,0 %
Nachrichtenagenturen
61,0 %
Social Media
57,8 %
Unternehmenswebsites
57,4 %
Newsletter
56,9 %
Presseportale
47,8 %
Blogs
29,4 %
Multimediadatenbanken
28,2 %
Quelle: Whitepaper "Recherche 2018"

Titelbild: Mojmir Fotografie, Shutterstock.com

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